Kaskoversicherung

Kaskoversicherung:
Versicherungsschutz für Schäden am eigenen Fahrzeug

Wer sich gegen Schäden am eigenen Fahrzeug versichern möchte, schließt eine Kaskoversicherung ab. Unterschieden wird zwischen der Teilkaskoversicherung und der Vollkaskoversicherung.

 

Was der Begriff "Kasko" bedeutet

Im Spanischen wird ein Sturmhelm mit Stirn- und Nackenschutz als Kasko bezeichnet. Schiffskörper ähnelten im 15. Jahrhundert einem solchen Helm, was dazu beitrug, dass sich der Name in der seemännischen Sprache ausbreitete. Kasko beschreibt im Seemännischen den Schiffsrumpf (Schiffsschale). Ehe die Kaskoversicherung für Fahrzeuge überhaupt eine Rolle spielte, versicherten Schiffseigner den Kasko gegen die verschiedensten Gefahren.


Vollkaskoversicherung

Die Vollkaskoversicherung ist eine freiwillige Zusatzversicherung, die jeder Fahrzeugbesitzer zusätzlich zum gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtschutz abschließen kann. Sie ersetzt die Reparatur- oder die Wiederbeschaffungskosten eines Fahrzeuges, nach

  • selbst verschuldeten Unfallschäden am eigenen Fahrzeug,
  • Vandalismusschäden durch Dritte.

Eine Vollkaskoversicherung beinhaltet automatisch immer eine Teilkaskoversicherung. Insofern werden bei einer vorhandenen Vollkaskoversicherung auch Schäden im Rahmen der Teilkasko über den Vollkaskoversicherungsschutz abgewickelt.

 

Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung

Bei der Vollkaskoversicherung ist es möglich einen Selbstbehalt (Selbstbeteiligung) mit in den Vertrag einzuschließen. Das bedeutet, bei einem Schaden beteiligt sich der Versicherungsnehmer anteilig an den Schadenskosten und zahlt den vereinbarten Selbstbehalt aus eigener Tasche. Die Selbstbeteiligung wird bei jedem Schaden und unabhängig von den tatsächlichen Schadenskosten in der vereinbarten Höhe fällig. Eine Selbstbeteiligung im Vertrag wirkt sich günstig auf den Versicherungsbeitrag aus. Grundsätzlich gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto günstiger wird die Versicherungsprämie.
Da die Teilkaskoversicherung automatisch in einer Vollkaskoversicherung enthalten ist und auch dort eine Selbstbeteiligung im Vertrag vereinbart werden kann, können für Vollkasko- und Teilkaskoschutz Selbstbehalte in unterschiedlicher Höhe ausgewählt werden.
Eine gängige Variante zum Selbstbehalt ist eine Vollkaskoversicherung mit 300 Euro Selbstbeteiligung inklusive der Teilkaskoversicherung mit 150 Euro Selbstbeteiligung.

 

Schadenfreiheitsklassen bei der Vollkaskoversicherung

Genau wie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es auch in der Vollkaskoversicherung ein Schadenfreiheitsrabattsystem.
Für beide Versicherungszweige funktioniert das Schadenfreiheitsrabattsystem identisch, wird aber separat voneinander gezählt. Das bedeutet, mit jedem schadenfreien Jahr steigt die Schadenfreiheitsklasse um den Faktor 1. Entsprechend erfolgt, genau wie in der Haftpflicht, nach einem belastenden Schadensfall eine Rückstufung.

Für die Einstufung in Typklassen und Regionalklassen gilt faktisch eine nahezu identische Vorgehensweise wie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wann lohnt sich eine Vollkaskoversicherung?

Da die Vollkaskoversicherung keine Pflichtversicherung ist, kann jeder selbst entscheiden, ob ein Vollkaskoschutz für das eigene Fahrzeug sinnvoll ist. Grundsätzlich wird eine Vollkaskoversicherung für alle Neufahrzeuge und für höherwertige Fahrzeuge empfohlen. Ebenso ist eine Vollkaskoversicherung für Leasingfahrzeuge und finanzierte Fahrzeuge wichtig. Für Leasingfahrzeuge ist diese in der Regel vom Leasinggeber zwingend vorgeschrieben, bei finanzierten Fahrzeugen schützt sie den Versicherungsnehmer vor großen finanziellen Verlusten im Schadensfall.

 

GAP-Versicherung

Bei Leasingfahrzeugen wird in der Regel der Abschluss einer Vollkaskoversicherung vom Leasinggeber vorgeschrieben. In diesem Zusammenhang ist die sogenannte GAP-Versicherung als Bestandteil der Vollkaskoversicherung äußerst wichtig. Bei Zerstörung oder Verlust des Fahrzeugs ersetzt sie die Differenz zwischen dem Leasingrestbetrag und dem Wiederbeschaffungswert. Die GAP-Versicherung wird ausschließlich für Leasingfahrzeuge angeboten und gilt nicht für finanzierte Fahrzeuge. In der Regel wird der Versicherungsbeitrag dadurch etwas teurer.

 

Teilkaskoversicherung

Die Teilkaskoversicherung tritt bei Schäden ein, die nicht vom Versicherungsnehmer beeinflusst werden konnten. Daher gibt es in der Teilkaskoversicherung keinen Schadenfreiheitsrabatt. Nach einem Schaden kommt es demnach auch zu keiner Rückstufung und damit zu keiner Prämienerhöhung.
Die Teilkaskoversicherung schützt gegen folgende Gefahren und Schäden am Fahrzeug oder an Fahrzeug- und Zubehörteilen:

  • Brand oder Explosion
  • Einbruch, Diebstahl
  • Elementarereignisse
    (Hagel, Sturm, Überschwemmung, Muren, Lawinen)
  • Zusammenstoß mit Tieren
    (Je nach Tarif und Versicherungsgesellschaft werden dabei ausschließlich Zusammenstöße mit Wild berücksichtigt, bei manchen Anbietern gilt der Versicherungsschutz für Tiere jeder Art.)
  • Glasbruchschäden
    Kurzschlussschäden an der Verkabelung
  • Tierbiss
    (Je nach Tarif und Anbieter gilt der Versicherungsschutz ausschließlich bei Marderbiss oder Bissen von Tieren jeder Art. In manchen Tarifen sind auch Folgeschäden bis zu einer bestimmten Höhe mitversichert.)

 

Selbstbeteiligung

Wie in der Vollkaskoversicherung kann auch in der Teilkaskoversicherung eine Selbstbeteiligung im Vertrag vereinbart werden. Auch hier gilt die Regel: Je höher die Selbstbeteiligung, desto günstiger wird der Versicherungsbeitrag.

Vergleich der Prämien von Kfz-Versicherungen